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Bannerwerbung und Suchmaschinen
    Promoting im Internet: Was es kostet, was es bringt...
    (Martin Richter, Oktober 1999)

    Was kostet ein Webseiten-Besucher?
    Alles läßt sich kaufen, auch Webseiten-Besucher. Vor gut 12 Monaten wurde im Auftrag der Deutschen Bank untersucht, wieviel damals für jeden auf die Seite gelotsten Besucher gezahlt oder verlangt wurde: das waren in Deutschland durchschnittlich über 3 DM, in den USA eindeutig unter 1 DM. Für angemessen wurde ein Betrag um die 1,50 DM gehalten. Aktuell bekommt man 1000 Bannereinblendungen für zwischen 10 DM und 100 DM, also für 1-10 Pfennig pro Einblendung. Klickraten variieren zwischen knapp 1% und in den allerbesten, aber seltensten Fällen auch mal 10%. Damit kostet der Besucher der beworbenen Seite im besten Fall 10 Pfennig, im schlechtesten 10 DM.

    Rechnet sich Bannerwerbung?
    Im Rahmen dieser Betrachtungen, lässt sich ableiten: Wenn jeder 100ste Seiten-Besucher ein Kunde wird, müssen für die Bannerwerbung zwischen 10 DM und 1000 DM als Akqusitionskosten pro Kunde kalkuliert werden. Anders gesagt: ist es wirtschaftlich zu vertreten, für die Akquirierung einer Geschäftsbeziehung 50 DM aufzuwenden, dürfen bei einer Erfolgsquote von ein Promille pro Klick auf die Seite, nur 5 Pfennig ausgegeben werden. Bei einer Quote von einem Prozent sind es immerhin schon 50 Pfennig.
    Die Kosten für Bannerwerbung dürften daher nur in den seltensten Ausnahmefällen unter den zu erwartenden Einnahmen liegen.

    Wieviele Besucher bringt ein Suchmaschinenlisting?
    Es ist sinnvoll, sich ein paar Zahlen zu vergegenwärtigen. Die statistische Wahrscheinlichkeit mit einem Begriff, der 200tausend Mal in einer Suchmaschine gefunden wird, auf der ersten Seite gelistet zu werden, ist etwa 1:20.000. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit eines mittleren Lottogewinns. Auf der Habenseite bedeutet das Listing auf der ersten Seite, z.B. bei Excite, grob über den Daumen gepeilt rund 500 Besucher täglich. Das Listing auf der zweiten Seite bedeutet dann noch rund 250 Besucher, 125 sind es auf der dritten Seite und so weiter.(grobe Schätzwerte)

    Wie groß ist das Besucherpotential einer Webseite?
    Nicht jeder Internetauftritt wird aus der Natur des Inhalts identische Erfolge erzielen können. Anhaltspunkte für den theoretisch möglichen Erfolg einer Seite lassen sich ableiten, indem man die Anzahl der Fundstellen des angebotenen Produkts in Suchmaschinen scannt. Nehmen Sie eine Anzahl von Begriffen, die Ihr Angebot sinnvoll beschreiben, und notieren Sie die Anzahl der Fundstellen. Berechnen Sie daraus den Mittelwert und teilen Sie diesen durch 10.000. Das ist eine grobe Faustregel, mit der das Potential Ihres Angebots ermittelt werden kann. Haben Sie täglich erheblich weniger Besucher, als dieser Wert ergibt, sind Ihre Seiten eher unterdurchschnittlich erfolgreich; haben Sie erheblich mehr Besucher, dann haben Sie entweder Glück gehabt, viele Stammbesucher, ein bekanntes Produkt oder Namen oder vielleicht auch tatsächlich bereits eine erfolgreiche Suchmaschinenregistrierung erreicht.

    Stabilisierungseffekte durch Stammbesucher
    Die Besucheranzahl wächst am stabilsten, wenn Sie es schaffen, einen großen Anteil an Erstbesuchern dazu zu veranlassen, Ihre Seite erneut zu besuchen. Einfache und auch realisierbare Ideen hierzu werden an anderer Stelle ausgeführt. In der Tat sind es gerade Stammbesucher, die eine dauerhafte und überproportionale Steigerung der Besucherzahlen verursachen. Zum einen bookmarken oder merken diese sich die Adresse, zum anderen sind es diejenigen, die durch Weiterempfehlung, auch auf eigenen Webseiten, für eine effektive Verankerung Ihrer Seiten im Internetdschungel sorgen. Anders betrachtet kann man sagen, dass eine Seite, die keine Attraktivität für Stammbesucher hat, auch bei aktuell sehr guter Suchmaschinenplatzierung, kaum mit einem dauerhaften Erfolg rechnen kann.

    Suchmaschinen contra Bannerwerbung
    In den USA findet man häufig ganze Abteilungen, die für optimale Suchmaschinenplatzierungen zuständig sind. Dort wird die Platzierung in Suchmaschinen weniger als eine einmalige Aktion als vielmehr eine permanent zu erfüllende und zu kontrollierende Aufgabe angesehen. Bannerwerbung ist in den USA rund zwei Drittel günstiger als in Deutschland, daraus folgt, dass die Aktivitäten zur Optimierung von Suchmaschinenergebnissen in Deutschland der Bannerwerbung kostenmäßig wenigstens um den Faktor drei überlegen sein müssen, um rentabel zu bleiben.

    Wie Suchmaschinenpräsenz funktioniert
    Der technische Teil, d.h. die Durchführung der Registrierungen in den einzelnen Suchmaschinen, ist der geringste Aufwand. Speziell für diese Aufgabe gibt es Programme, die die Registrierungen vornehmen. Zudem gibt es nicht viele Suchmaschinen, die wirklich interessant sind. Mit den Einträgen in zehn Datenbanken, werden mehr als 90% aller im Internet durchgeführten Suchanfragen bedient. Tatsächlich liegen die Aufgaben im technisch-inhaltlichen Bereich: Wie sollten die Internetseiten gestaltet und strukturiert sein? Welche technischen Vorgaben sind zu beachten? Über welche Suchanfragen finden die Besucher zum gewünschten Produkt? Wie werden die verschiedenen Scan-Algorithmen der wichtigen Suchmaschinen berücksichtigt? Diese Fragestellungen umfassen nur einen kleinen Teil der auftauchenden Fragen, die schon in der Startphase eines Internetauftritts bedacht werden sollten.

    Schluss
    Ein beliebiges Herumsuchen auf Internetseiten zeigt, dass bereits bei der technischen Umsetzung fast immer handfeste Fehler gemacht werden. Die inhaltliche Erfolgsanalyse des Suchmaschinenerfolgs ist ein Thema, welches sich im Bewusstsein der Anbieter im deutschsprachigen Internetmarkt noch nicht durchgesetzt hat.

    factsoft AG Internet Services mr@factsoft.de http://www.factsoft.de

Historische Überlegungen aus der Pionierzeit des Internet:
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