Journalismus neu gedacht · factsoft AG

Der Journalist im Rechner

Auf altenpflege.de/magazin arbeitet ein Journalist, den es so bisher nicht gab.

Er beobachtet jeden Tag, was in der Altenpflege geschieht, kennt die Vorgeschichte, recherchiert, was ihm fehlt – und schreibt daraus einen journalistischen Artikel.

Er arbeitet heute – seine Arbeit ist öffentlich zu sehen.

Der Journalist im Rechner

Er sitzt in keiner Redaktion.

Er beobachtet jeden Tag, was in der Altenpflege geschieht. Er liest Veröffentlichungen von Ministerien, Behörden, Verbänden, Unternehmen und anderen relevanten Quellen. Er verfolgt politische Entscheidungen, Gesetzgebung, Rechtsprechung, Pflegepraxis, Unternehmen, Wissenschaft und gesellschaftliche Entwicklungen.

Er kennt die Vorgeschichte. Er weiß, was bereits berichtet wurde. Er kennt Personen, Organisationen und Funktionen. Er erkennt, wenn aus einer Ankündigung eine Entscheidung wird, sich eine Zahl verändert oder eine neue Veröffentlichung lediglich wiederholt, was längst bekannt ist.

Fehlt ihm Wissen, recherchiert er. Neue Erkenntnisse vergisst er nicht. Sie werden Teil seines Wissens und stehen ihm bei der nächsten Meldung zur Verfügung.

Er prüft Fakten und Quellen, ordnet ein, was neu und was bekannt ist, erkennt, für wen eine Entwicklung relevant ist – und schreibt daraus einen journalistischen Artikel.

Er arbeitet im Rechner.

Entwickelt wurde er von der factsoft AG. Seine Arbeit ist öffentlich zu sehen: auf altenpflege.de/magazin.

Mehr als ein Textgenerator

Einen Artikel schreiben kann heute jede gute KI.

Das war für uns nicht die interessante Aufgabe. Man gibt einem leistungsfähigen Sprachmodell eine Pressemitteilung und bittet es um einen journalistischen Artikel. Wenige Sekunden später erscheinen eine ordentliche Überschrift, ein Vorspann und einige gut formulierte Absätze.

Das ist beeindruckend. Aber es ist noch kein Journalismus.

Der eigentliche Wert eines guten Fachjournalisten liegt nicht darin, dass er schreiben kann.

Er weiß etwas.

Er liest eine neue Meldung nicht zum ersten Mal in einer Welt, die für ihn nicht existiert. Er erinnert sich an frühere Aussagen, kennt wichtige Institutionen und weiß, welche Person welche Funktion hat. Eine Zahl kommt ihm bekannt vor. Eine Formulierung macht ihn misstrauisch. Und er erkennt manchmal in einem einzigen geänderten Detail die eigentliche Nachricht.

Genau diese Fähigkeiten haben wir in Software übersetzt.

Das Gedächtnis

Das Gedächtnis ist wichtiger als der Textgenerator.

Hinter altenpflege.de/magazin liegt ein umfangreicher eigener Wissensbestand. Das System speichert nicht einfach Artikel und Dokumente. Es speichert Wissen: Personen und Organisationen, Ereignisse und Entwicklungen, einzelne Aussagen und ihre Quellen – mit zeitlichen Zusammenhängen und der Herkunft jeder Information.

Denn journalistisches Wissen ist selten zeitlos

Amt

Ein Minister ist im Amt …

… bis er es nicht mehr ist.

Gesetz

Ein Entwurf enthält eine Regelung …

… bis sie im parlamentarischen Verfahren verändert wird.

Reform

Angekündigt, beschlossen, in Kraft.

Jeder Zustand gilt zu seiner Zeit – und bleibt als Geschichte erhalten.

Prognose

Eine Prognose gilt …

… bis tatsächliche Zahlen vorliegen.

Unser Journalist kennt nicht nur Fakten. Er kennt Zustände und ihre Geschichte.

Die Veränderung ist die Nachricht

Neu ist nicht, was heute veröffentlicht wurde.

Eine Veröffentlichung von heute kann eine Nachricht von gestern enthalten. Oder von vor sechs Monaten. Deshalb fragt das System nicht einfach: Was steht in diesem Dokument? Es vergleicht die neue Information mit dem, was es bereits weiß.

Ein Ministerium veröffentlicht beispielsweise eine Mitteilung über eine Änderung in der Pflegeversicherung. Das System kennt den bisherigen Vorgang, frühere Veröffentlichungen, relevante Entscheidungen und bereits gesicherte Fakten. Vielleicht sind 95 Prozent der neuen Mitteilung bekannt. Aber ein Beitragssatz hat sich verändert.

Dann besteht die Nachricht nicht aus der Pressemitteilung. Die Nachricht besteht aus der Veränderung.

Textgenerator

Verarbeitet Dokumente.

Jedes Dokument beginnt von vorn – ohne Vorgeschichte, ohne Vergleich.

altenpflege.de/magazin

Verfolgt Entwicklungen.

Jede Meldung trifft auf bekanntes Wissen. Was neu ist, wird zur Nachricht.

Grundprinzip

Je wichtiger Zuverlässigkeit wird, desto weniger sollte man der KI vertrauen.

Ausgerechnet bei einem hoch automatisierten System wäre es ein Fehler, alles künstlicher Intelligenz zu überlassen. Sprachmodelle sind außergewöhnlich leistungsfähig. Aber sie interpretieren. Sie arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Und sie können eine falsche Aussage ebenso überzeugend formulieren wie eine richtige. Deshalb bekommt die KI bei uns nicht automatisch eine Aufgabe, nur weil sie sie erledigen könnte.

  • ZahlenWenn zwei Zahlen verglichen werden, vergleicht sie ein Programm.
  • ZeitWenn eine zeitliche Bedingung eindeutig ist, wird sie deterministisch geprüft.
  • Gesichertes WissenWenn eine Information bereits bekannt und belegt ist, kommt sie aus dem Wissensbestand.
  • BerechenbaresWenn sich ein Zustand eindeutig aus vorhandenen Daten ergibt, wird er berechnet und nicht geschätzt.

KI setzen wir dort ein, wo ihre Fähigkeiten tatsächlich gebraucht werden: beim Verständnis von Sprache, bei semantischen Zusammenhängen, bei komplexer Einordnung, bei Recherche und schließlich beim Schreiben.

Die KI soll nicht entscheiden, was wir wissen. Sie arbeitet mit dem, was wir wissen.

Ein Journalist, viele Technologien

Nicht die eine KI, sondern ein Zusammenspiel vieler Verfahren.

Hinter altenpflege.de/magazin gibt es nicht die eine künstliche Intelligenz, die morgens Nachrichten liest und anschließend Artikel schreibt. Der Journalist im Rechner entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Schritte.

  1. Aufnehmen & zerlegenNeue Dokumente werden in ihre inhaltlichen Bestandteile zerlegt. Ereignisse werden von Dokumenten, Behauptungen von Ereignissen getrennt.
  2. ZuordnenPersonen und Organisationen werden identifiziert und mit vorhandenem Wissen verbunden. Zeitliche Aussagen werden eingeordnet.
  3. AbgleichenÜbereinstimmungen bestätigen Wissen, Veränderungen aktualisieren es, Widersprüche werden sichtbar.
  4. VerbindenLänger laufende Entwicklungen bleiben über viele einzelne Veröffentlichungen hinweg miteinander verbunden.
Nichtwissen ist nicht dasselbe wie Nein.

Wenn eine Information fehlt, wird aus ihrem Fehlen keine Tatsache konstruiert. Wenn vorhandenes Wissen für eine Beurteilung nicht ausreicht, recherchiert das System. Belastbare Ergebnisse dieser Recherche fließen zurück in den Wissensbestand. So entsteht mit jedem Verarbeitungstag ein dichteres Bild des Fachgebiets.

Unter der Oberfläche arbeiten dafür Datenbanken, semantische Verfahren, zeitliche Modelle, regelbasierte Entscheidungen, deterministische Vergleiche, Rechercheprozesse und unterschiedliche KI-Modelle zusammen. Der Artikel, den der Leser am Ende sieht, ist nur das letzte Ergebnis dieser Kette.

Er weiß ziemlich viel

Ein Gedächtnis, das wächst.

Ein guter Fachjournalist verfügt nach Jahren über enormes Wissen – es steckt in einem menschlichen Gedächtnis. Unser Journalist besitzt ein anderes. Er kann sehr große Mengen einmal gewonnenen Wissens dauerhaft vorhalten, bei einer neuen Entwicklung auf Informationen zurückgreifen, die Monate zuvor für einen völlig anderen Artikel recherchiert wurden, und alte Zustände mit neuen vergleichen.

Eine Recherche für den heutigen Artikel ist deshalb nicht nur Aufwand für diesen einen Artikel. Was dabei belastbar gelernt wird, steht morgen wieder zur Verfügung.

Jeder Artikel kann den Journalisten ein wenig sachkundiger machen.

Nicht, weil ein Sprachmodell heimlich weitertrainiert wird. Sondern weil das System tatsächlich mehr weiß.

Und er macht nur wenige Fehler

Fehlerfreiheit wäre ein unseriöses Versprechen.

Journalismus arbeitet mit einer Wirklichkeit, die selbst widersprüchlich, unvollständig und manchmal schlicht falsch dokumentiert ist. Quellen können Fehler enthalten. Sachverhalte können mehrdeutig sein. Auch künstliche Intelligenz kann sich irren.

Entscheidend ist deshalb die Konstruktion eines Systems, in dem Fehler möglichst viele Gelegenheiten bekommen, aufzufallen:

Dieselben Prüfungen können immer wieder stattfinden – beim ersten Artikel ebenso wie beim tausendsten. Ein Mensch arbeitet irgendwann unter Zeitdruck, übersieht etwas oder erinnert sich falsch. Eine sinnvolle zusätzliche Recherche unterbleibt, weil Redaktionsschluss ist. Der Rechner wird nicht müde.

Es sinken nicht nur die Kosten des Schreibens. Es sinken die Kosten journalistischer Sorgfalt.

Er versteht seine Leser

Eine geprüfte Faktensammlung ist noch kein Journalismus.

Der Journalist von altenpflege.de kennt sein Fachgebiet und seine Leser. Eine politische Entscheidung kann für einen Heimbetreiber etwas völlig anderes bedeuten als für eine Pflegekraft, einen Angehörigen oder einen Pflegebedürftigen. Er erkennt diese Perspektiven.

Er weiß, welche Vorgeschichte nötig ist, um eine Entwicklung zu verstehen. Er erkennt die Fragen, die sich aus einer Nachricht ergeben – fehlen die Antworten, kann daraus weitere Recherche entstehen. Und er entscheidet, welche Informationen in den Artikel gehören und welche zwar richtig, für den Leser aber nicht wichtig sind.

  • Erkennen
  • Einordnen
  • Gewichten
  • Schreiben

Das Ergebnis soll sich nicht wie die Ausgabe eines Informationssystems lesen, sondern wie ein guter Artikel.

Das Komplizierteste sieht man nicht

Am Ende bleibt keine Technik mehr zu sehen.

Wer altenpflege.de/magazin öffnet, sieht von all dem wenig. Das ist Absicht. Der Leser sieht eine Überschrift, ein Bild, einen Vorspann und einen Artikel.

Die technische Leistung besteht gerade darin, dass am Ende keine Technik mehr zu sehen ist. Es bleibt Journalismus.

  • Gespeicherte Ereignisse
  • Verbundene Personen und Organisationen
  • Historische Zustände
  • Behauptungen und ihre Belege
  • Vergleiche mit früherem Wissen
  • Verworfene Meldungen ohne Neuigkeitswert
  • Zusätzliche Recherche
  • Entscheidungen, was als gesichert gilt

Öffentlich beobachtbar

Man kann ihn bei der Arbeit beobachten.

altenpflege.de/magazin ist keine Präsentation dessen, was irgendwann möglich sein könnte. Das System arbeitet heute. Es verarbeitet den wirklichen Nachrichtenstrom seines Fachgebiets und veröffentlicht daraus ein laufendes Magazin.

Jeder kann die Artikel lesen, die genannten Fakten überprüfen und die Quellen ansehen. Und Fachleute können beurteilen, ob das System tatsächlich verstanden hat, was an einer Entwicklung wichtig ist.

Ein automatischer Journalist beweist seine Qualität nicht mit einer technischen Präsentation. Er beweist sie mit seinen Artikeln.

Die nächste Fachwelt

Altenpflege ist seine erste Fachwelt.

Dort besitzt er inzwischen eine Fachwelt, die er beobachtet, strukturiert und zunehmend kennt. Nichts an dem Prinzip ist auf Altenpflege beschränkt: Ein Journalist für Steuerrecht braucht ein anderes Wissen als einer für Energiewirtschaft oder Gesundheitspolitik.

Man kopiert nicht einfach altenpflege.de und ersetzt einige Begriffe. Man baut einem Journalisten eine neue Fachwelt.

  1. QuellenMan definiert die Quellen der Fachwelt.
  2. AkteureMan modelliert Akteure und Zusammenhänge.
  3. FachwissenMan baut das notwendige Fachwissen auf und bestimmt, welche Veränderungen relevant sind und welche Prüfungen deterministisch erfolgen können.
  4. LeserMan bringt dem System bei, für wen es arbeitet.

Das Ergebnis kann wieder ein öffentliches Fachmagazin sein. Es muss keines sein. Denn wenn ein System eine Fachwelt kontinuierlich beobachtet, ihr Wissen erhält, Veränderungen erkennt, recherchiert und ihre Bedeutung einordnet, ist der journalistische Artikel nur eine mögliche Ausgabe dieses Wissens.

Fazit

Wir haben keinen besseren Textgenerator gebaut.

Das wäre uns zu wenig gewesen. Die factsoft AG hat ein System entwickelt, das ein Fachgebiet journalistisch begleitet.

  • Es liest.
  • Es erinnert sich.
  • Es vergleicht.
  • Es recherchiert.
  • Es prüft.
  • Es versteht Zusammenhänge.
  • Es erkennt das Neue.
  • Und es schreibt.

Ein Journalist, der im Rechner arbeitet. Sehr viel weiß und nur wenige Fehler macht.

Seine ersten Arbeiten erscheinen jeden Tag auf altenpflege.de/magazin. Und wir sind ziemlich sicher: Das ist erst der Anfang.

Ihre Fachwelt

Welches Fachgebiet sollte ein Journalist im Rechner begleiten?

Ob öffentliches Fachmagazin oder internes Wissenssystem: Wir bauen Ihrem Journalisten eine neue Fachwelt. Sprechen Sie uns an.